Das Controlling in Energieversorgungsunternehmen steht heute vor wichtigen Herausforderungen. Steuerungsinstrumente zur Steigerung der Transparenz bzgl. Kosten, Erträgen und Profitabilität müssen geschärft werden. Während Kostenstellen- und Kostenträgerrechnungen oder das Projekt-und Auftrags-Controlling  bereits weitgehend etabliert sind, steht die Implementierung von Steuerungsrechnungen in den Bereichen Prozesskosten, Profit-Center oder mehrstufiger Deckungsbeiträge oft noch am Anfang. Doch nur mit diesen Instrumenten lassen sich verlässliche Aussagen zu den folgenden Steuerungsfragen treffen:
Controlling

  • Welche Kundensegmente, Produkte, Sparten oder Regionen sind besonders profitabel?
  • Welche Anbündelungen existieren z.B. zwischen Produkten?
  • Welche Kosten entfallen auf welche Organisationseinheiten und Prozesse?
  • Welche Preise sind für die interne Verrechnung von Servicebereichen  (z.B. Netzservices, Ablesung, Abrechnung) anzusetzen? Wie wirken sich Marktpreise aus?
  • Wo liegen langfristige Preisuntergrenzen? Wie können abgestrebte Zielkosten bewusst erreicht werden (Target Costing)?
  • Wie können Make-or-Buy-Entscheidungen sinnvoll begründet werden?

Zielsetzung ist, Kennzahlen, Gliederungsebenen und Hierarchien automatisch zu erstellen und über ein regelmäßiges Berichtswesen bereitzustellen. Standardberichte dienen der einheitlichen Sicht auf die wichtigsten Steuerungszusammenhänge. Flexible Analysedatenbanken  unterstützen bei der Ad Hoc-Recherche.

Spartenbezogene Unterschiede müssen über eigenständige Steuerungslogiken abgebildet werden (Spartenerfolgsrechnungen). Gleichzeitig müssen diese spartenbezogenen Controllingsysteme in eine unternehmensweite Steuerungssicht überleitbar sein. Dies ist durch eine geeignete BI-Strategie zu unterstützen aus der z.B. führende Systeme erkennbar sind.

Agile Controlling

Unternehmen sind heute mit einer nie dagewesenen Dynamik konfrontiert. Statische Controlling Konzeptionen und –systeme sind hier regelmäßig überfordert. Laufend müssen Umfeldparameter in Szenarien geprüft und alternative Strukturen durchgerechnet werden. Das Standardberichtswesen wird zur Ausnahme, die ad-hoc Analyse die Regel. Hochintegrierte IT-Systeme erweisen sich oft als zu starr. Feste Releasezyklen großer Bestandssysteme in Finanzbuchhaltung, Konsolidierung und Management Accounting lassen schnelle Änderungen kaum noch zu. Komplexe Systemabhängigkeiten sind oft schwer zu bewerten und machen flexible Anpassungen praktisch unmöglich.

Das Ergebnis: Wichtiges Wissen des Controllings fliesst nicht in das Berichtswesen ein. Doch die Prinzipien, Methoden und Werkzeuge des Agile Controlling schaffen hier Abhilfe.

Fallstudie: Regulatorisches Berichtswesen für Gasnetzdaten

Der wettbewerbsorientierte europäische Energiebinnenmarkt ist ein zentrales strategisches Ziel der Europäischen Union und damit Hintergrund zahlreicher gesetzlicher Anforderungen an die Energiewirtschaft. Als einer der größten europäischen Netzbetreiber ist Open Grid Europe diesem Ziel verpflichtet und trägt mit seinen Netzdatenveröffentlichungen entscheidend zur notwendigen Transparenz bei.

Ziel des Projektes war es, bestehende und neue Datenveröffentlichungen sinnvoll und kundenfreundlich zusammen zu führen und zur Verfügung zu stellen, und dabei aber weiterhin den Schutz von sensiblen Geschäftskundendaten zu gewährleisten. Hierzu wollte Open Grid Europe eine internetbasierte flexible IT-Lösung schaffen, die automatisiert, schnell und effizient die für die Netznutzer notwendigen Daten und Informationen bereitstellt.