GeschäftsstrategieBusiness Intelligence und Analytics Lösungen und Services sind Mittel, um relevante Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitzustellen. Technologische Dogmen sind hierbei nicht zielführend. Vielmehr müssen sich technische Infrastrukturen eng an den Steuerungszusammenhängen orientieren. Diese sind in enger Abstimmung mit Führungskräften im Fachbereich abzugrenzen. Indikationen lassen sich aus der Auswertung von Aufbau- und Ablauforganisationen gewinnen. Durch die Zuordnung der wichtigsten primären und sekundären Geschäftsprozesse auf die verantwortlichen Einheiten können Steuerungsthemen Organisationseinheiten zugeordnet werden. Unnötige Konflikte im Spannungsfeld IT und Fachbereich können auf diese Weise frühzeitig identifiziert und entschärft behandelt werden. So ergeben sich typischerweise natürliche Zwänge zum Aufbau von Business Intelligence Infrastrukturen in Form föderaler Bebauungspläne in komplexen Konzernen. 

Zu den typischen Szenarien gehören:

  • Mischkonzerne betreiben unter dem Dach eines Unternehmensverbundes sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle mit jeweils sehr stark differierenden Geschäftsprozessen, Lieferanten und Zielkunden. Die übergreifende Steuerung konzentriert sich i.d.R. auf die finanzorientierte Führung i.S. einer Finanzholding. Synergien werden aufgrund der Unterschiedlichkeit der Geschäftsmodelle nicht in den Vordergrund gestellt. Vielmehr liegt der Fokus auf der Autonomie der Konzerneinheiten bei der Ausgestaltung ihrer jeweiligen Geschäftstätigkeit. Eine föderaler Business Intelligence Organisation, Architektur und Infrastruktur ist zwingend, da dezentrale Einheiten eigene Steuerungssysteme benötigen, während sich der Konzern auf übergreifende Systeme zur monetären Erfolgsmessung konzentriert.
  • Konglomerate Konzerne sind den Mischkonzernen im Hinblick auf die zu implementierenden Steuerungssysteme ähnlich. Allerdings sind die Geschäftsmodelle der Konzerneinheiten vergleichbar. Synergien werden hier i.d.R. aufgrund von unterschiedlichen Kundenbedürfnissen z.B. in regionalen Absatzmärkten nicht gesucht. Sollen übergreifende Benchmarks möglich sein, muss mindestens über Templates nachgedacht werden.
  • Vertikal integrierte Konzerne stellen die größte Herausforderung für integrierte Business Intelligence und Analytics Systeme dar: Ein differenziertes Bild ist zu entwerfen, welche Steuerungszusammenhänge von übergreifenden Konzernressorts verantwortet oder mit verantwortet werden und für welche Themen Konzerneinheiten innerhalb der Wertschöpfungskette i.S. der Arbeitsteilung zuständig  bleiben. Hier findet der Gegensatz von „Flottensteuerung“ vs. „Steuerung des Schiffes“ Anwendung. Für den jeweiligen Steuerungszweck sind adäquate Business Intelligence Systeme zu schaffen und organisatorisch wie technisch aufeinander abzustimmen.

Diese Szenarien sind als idealtypische Einstiegspunkte der Betrachtung zu verstehen, bieten als solche aber erfahrungsgemäß eine treffsichere Grundlage. Zu beachten ist auch, dass diese Überlegungen in großen Konzerngebilden auf Teilkonzerne auszudehnen sind.
Im Einzelunternehmen mit integriertem Geschäftsmodell ist die zentralisierte BI Strategie und Governance Definition Best Practice. Dies ergibt sich unmittelbar aus der Notwendigkeit, Analysen entlang einheitlicher Stammdaten und zusammenhängender Geschäftsprozesse mit integrierten Belegdaten durchzuführen. Fachbereichsorientierte Systeme bleiben dabei empfehlenswert, wenn hohe Anforderungen an die Agilität und eine geringe Kopplung zur Kerninfrastruktur besteht.

Fallstudie: Global Organisation BI bei der ZF Friedrichshafen AG

Die Anforderungen des Managements an die Zentralisierung der IT- und BI-Landschaft bei der ZF Friedrichshafen AG erforderte die Einführung von Governance Strukturen zur Sicherstellung einer zentralen unternehmensweiten BI-Infrastruktur.

INFORMATION WORKS unterstützte die ZF Friedrichshafen AG erfolgreich beim Aufbau von BI Strategie & Governance auf Basis des Best Practice Frameworks.